Project & results

Project and results/ Projekt und Ergebnisse

Die Aus­bil­dung in Com­mu­ni­ty-Medi­en richtet sich an Per­so­n­en, die oft nicht in den Main­stream-Medi­en vertreten sind. Die Aus­bil­dung in Com­mu­ni­ty-Medi­en ver­set­zt diese Men­schen in die Lage, selb­st sowohl aktive Medi­en-Pro­duzen­ten als auch Mul­ti­p­lika­toren inner­halb ihrer Gemein­schaften und darüber hin­aus zu sein. In vie­len Län­dern gehören Men­schen , die sich in den Com­mu­ni­ty-Medi­en engagieren, eth­nis­chen, sozialen oder kul­turellen Min­der­heit­en an. Ob sie nun Immi­granten, oder Men­schen mit spez­i­fis­chen Bedürfnis­sen sind, oder ein­fach zu speziellen Alters­grup­pen gehören. Diese Men­schen sollen nicht nur aus­ge­bildet wer­den, Medi­en­in­halte zu pro­duzieren, son­dern auch um ihre Rolle als Mul­ti­p­lika­toren und Akteure bei der Entwick­lung lokaler Gemein­schaften und Net­zw­erke zu erken­nen und weit­erzuen­twick­eln. Die Pro­jek­t­part­ner haben „active cit­i­zen­ship“ von ihrem sozialen Stand­punkt aus definiert und ver­suchen her­auszufind­en, wie die „active cit­i­zen­ship“ mit­tels der Com­mu­ni­ty-Medi­en pro­mot­ed / vor­angetrieben wer­den kann. Die Pro­jek­t­part­ner haben dazu das Grund­la­gen­train­ing zum Erwerb von Medi­enkom­pe­tenz speziell im Hin­blick auf die Ver­bre­itung und Rel­e­vanz für den sozialen Zusam­men­halt und den interkul­turellen Aus­tausch ver­glichen. Dazu haben die Pro­jek­t­part­ner Grund­la­genkurse in den jew­eili­gen Län­dern der Part­ner­sa­ta­tio­nen und gaben sich gegen­seit­ig Feed­back und Berichte zu den Meet­ings. For­mate, Inhalte und Reich­weite der Grund­la­ge­naus­bil­dung sind von Land zu Land sehr unter­schiedlich, da sie nach speziellen Bedürfnis­sen, unter­schiedlichen Lern­tra­di­tio­nen und anderen kul­turellen Aspek­ten aus­gerichtet ist.

Die Lern­part­ner sucht­en und disku­tierten gemein­sam mit Akademik­ern anwend­bare Meth­o­d­en der Eval­u­a­tion und erstell­ten Richtlin­ien für gute päd­a­gogis­che Prak­tiken während der Aus­bil­dung in Com­mu­ni­ty-Medi­en, die für den sozialen Zusam­men­halt rel­e­vant ist. Exix­tierende Aus­bil­dungskonzepte für die Grund­la­ge­naus­bil­dung in Com­mu­ni­ty-Medi­en wur­den in ein­er Studie gesam­melt, an der mehr als 20 Radiosender teil­nah­men. Die Ergeb­nisse der Studie wur­den aus­gew­ertet, um gute, über­trag­bare päd­a­gogis­che Prak­tiken her­auszu­fil­tern und Verbesserungsmöglichkeit­en aufzuzeigen. Kon­se­quenter­weise schaut­en die Pro­jek­t­part­ner auch auf die Meth­o­d­en und Aktiv­itäten zur Aus­bil­dung poten­tieller neuer Aus­bilder (Train the Train­er) und organ­isierten einen „Train-the-Train­er-Work­shop“, den der Part­ner aus Deutsche­land durch­führte. Schlussendlich entwick­el­ten die Pro­jek­t­part­ner Strate­gien zur Verbesserung dieser Aktiv­itäten und konziperten Wege, diese in ein weit­er gefasstes lebenslanges Ler­nen zu integrieren.

Pro­jek­t­tr­e­f­fen in Budapest

Grundkurse bei Community-Radios — Zusammenenfassung der Studienergebnisse

Im Zusam­men­hang m mit der GRUNDTVIG Lern­part­ner­schaft MEDIA PARTICIPATION FOR ACTIVE CITIZENSHIP (2011–2013)wurde eine Studie durchge­führt, die Grung- und Ein­stiegskurse bei Com­mu­ni­ty-Radios unter­suchte. Diese Studie wurde an alle am Pro­jekt beteiligten Radiosender ausgegeben.

Zwis­chen Feb­ru­ar 2012 und Juni 2013 haben 23 Per­so­n­en einen Frage­bo­gen zu den 20 repräsen­tierten Sendern ausgefüllt:

Als da wären:
Aus der Schweiz die Radioschule klipp+klang, Radio Bern RaBe, Radio Kanal K (Aarau), Radio X (Basel) und Radio LoRa (Zürich)
Aus Öster­re­ich COMMIT (Com­mu­ni­ty Medi­en Insti­tut), Radio ORANGE 94.0 (Vien­na), Radio FRO (Linz), Radio Helsin­ki (Graz), FREIRAD 105.9 (Inns­bruck), Pro­ton (Dorn­birn), Freies Radio Freis­tadt, Radio op (Oberpullendorf)und Freies Radio B138 (Kirch­dorf)
Aus Ungarn der Bund Freier Radios Ungarn und Civ­il Radio (Budapest)
Aus Irland Near FM (Dublin)
Aus Deutsch­land: Radio Corax (Halle), Pi Radio (Berlin), FSK (Ham­burg), Radio Uner­hört (Mar­burg) und Radio Frei (Erfurt)

Ziel­grup­pen und Reich­weite der Kurse

Alle Grund- und Ein­stiegskurse sind prinzip­iell für jeden und jede offen, der oder die sich sich für die Pro­duk­tion von Radiosendun­gen inter­essiert. Wobei viele Sta­tio­nen den Fokus auf Min­der­heit­en und Migran­tInnen als Ziel­grup­pen leg­en. So sagen z. B. die Leute von Radio Helsin­ki: “Vor allem kul­turelle und eth­nis­che Min­der­heit­en und Men­schen mit unzure­ichen­dem Zugang zu Massen­me­di­en auf Grund von Diskri­m­inierung sind willkom­men. Aber auch Schulk­lassen und Teams von NGOs (Radio FRO), ältere Bürg­er und poli­tis­che AktivistIn­nen (Civ­il Radio), Auszu­bildende im Nachricht­ensek­tor (RaBe), Prak­tikan­tInnen (Radio CORAX), Schüler (FREIRAD), Jugendzen­tren (Pro­ton), Schü­lerIn­nen und zweis­prachig aufwach­sende Bewohn­er der Region (Radio op) und die queer-fem­i­nis­tis­che Com­mu­ni­ty, Umwelt- und Polit-AktivistIn­nen (Radio Orange) gehören zu den beson­ders her­vorge­hobe­nen Zielgruppen.

Die Leute nehmen auf frei­williger Basis an den Kursen teil. Mit ein­er Aus­nahme: Freies Radio Freis­tadt gibt oblig­a­torische Schnup­perkurse für Schü­lerIn­nen in Zusam­me­nar­beit mit örtlichen Schulen.

Die Kurse wer­den in der Regel mit­tels gängiger Kom­mu­nika­tion­swege, über die die Sender ver­fü­gen, bewor­ben (Web­seit­en, Pro­grammhefte, Mailinglisten,soziale Net­zw­erke, Radiospots). Einige Sender nutzen auch die Lokalzeitun­gen. Viele nutzen Kon­tak­te zu Insti­tu­tio­nen, wie Arbeit­samt, Organ­i­sa­tio­nen für und von Migran­tInnen u.s.w.
als wichtige Möglichkeit, Teil­nehmerIn­nen zu werben.

Förderung und Finanzierung

In der Schweiz wer­den die Kurse von der amtlichen Agen­tur für Kom­mu­nika­tion (BAKOM) co-finanziert. In Öster­re­ich gibt es durch den BTR ein ähn­lich­es Mod­ell. Außer­dem wer­den fol­gende Wege der Finanzierung erwäh­nt: Amt für Erwach­se­nen­bil­dung, Europäis­ch­er Inte­gra­tions­fond (Near FM), Medi­en­s­tiftung (FSK), Jugendw­erk der AWO in Sach­sen-Anhalt (Radio CORAX). Bei ca. der Hälfte aller befragten Radios müssen die Teil­nehmerIn­nen für die Kurse nichts oder nur einen sym­bol­is­chen Betrag zahlen. Drei Sender tra­gen die kosten für die Ein­stiegskurse kom­plett ohne insti­tionelle Förderung oder Beteili­gung seit­ens der Teil­nehmerIn­nen. Die Kurse bei Radio FREI und Pi-Radio wer­den nicht finanziert und die Aus­bilderIn­nen bekom­men kein Ent­gelt. Auch bei FSK, Civ­il Radio und Radio Pro­ton arbeit­en die Kurslei­t­erIn­nen auf frei­williger Basis, während sie bei Radio op und Near FM oft, wenn auch nicht immer bezahlt wer­den. Alle anderen erhal­ten Geld für ihre Tätigkeit als Kurslei­t­erIn­nen. Im All­ge­meinen lässt sich sagen, dass es in Deutsch­land und Ungarn weniger externe Förderung gibt als in der Schweiz, Öster­re­ich und Irland.

Kurslei­t­erIn­nen

In Öster­re­ich, Deutsch­land, Ungarn und Irland wer­den die Kurslei­t­erIn­nen nor­maler­weise vom Vor­stand oder ähn­lichen Gremien der Radios aus­gewählt. In der Schweiz wählt die Radioschule klipp+klang die Kurslei­t­erIn­nen entsprechend der Absprachen mit den einzel­nen Sendern aus. Deshalb kom­men die Aus­bilderIn­nen auch von anderen Sendern — abge­se­hen von denen, die die Stu­dio- und Radiotech­nik vor Ort erk­lären. Das stärkt zum einen den Aus­tausch zwis­chen den Com­mu­ni­ty-Radios und sorgt zum anderen dafür, dass die Kurslei­t­erIn­nen neu­tral sind.

Mit Blick auf ihre Fähigkeit­en ist es entschei­dend, dass die Kurslei­t­erIn­nen mit der Arbeit im Radiobere­ich ver­traut sind. In Deutsch­land und Öster­re­ich ist es erforder­lich, dass die Aus­bilderIn­nen bei den Sendern Erfahrun­gen haben, bei denen die Kurse stat­tfind­en. Einige Sender erwäh­nen diese Erfahrung expliz­it als Voraus­set­zung. Radio CORAX betont extra, dass die Aus­bilderIn­nen selb­st regelmäßig Sendung pro­duzieren müssen, weit­ere Anforderun­gen wer­den dage­gen nicht benan­nt. Die Kurse bei Freies Radio Freis­tadt geben Leute von Radio FRO die Kurse (Radio FRO war an der Grün­dung des FRF beteiligt). In Ungarn müssen die Kurslei­t­erIn­nen gute Radio-Jour­nal­is­ten mit eben­so guter Sozialkom­pe­tenz sein. Near FM wählt seine Aus­bilderIn­nen nach Befähi­gung und Erfahrung aus. Für zer­ti­fizierte Kursteil­nahme brauch die Aus­bilderIn­nen selb­st ein AusbilderInnenzertifikat.

In der Schweiz werde neue Kurslei­t­erIn­nen von erfahre­nen herange­führt. Ein bis zwei Mal pro Jahr organ­isiert die Radioschule klipp+klang Work­shops für die Aus­bilderIn­nen — gele­gentlich sowohl “Train-the-Trainer”-Workshops als auch Feed­back­run­den nach beglei­t­en­der Kursleitung. In Öster­re­ich ver­anstal­ten COMMIT und der VFRÖ “Train-the-Train­er-Work­shops”. In Deutsch­land find­en solche Kurse auch gele­gentlich bei Radio Uner­hört — dort organ­isiert vom Bil­dungszen­trem Bürg­er­me­di­en — und bei Radio CORAX statt. CORAX nutzt zudem informelle Tre­f­fen, um die Form der Kurse zu disku­tieren. Andere Sender in Deut­shland haben zwar keine “Train-the-Train­er-Work­shops” aber langjährige Erfahrung und Lehr­ma­te­ri­alien. In Irland wer­den die Kurlei­t­erIn­nen von exter­nen Agen­turen ausgebildet.

Häu­figkeit und Dauer der Grund- und Einstiegskurse

Bei den meis­ten Sendern gibt es 5 bis 8 Kurse pro Jahr. Bei Radio Helsin­ki, Radio op und Radio ORANGE in Öster­re­ich gibt es 12 und mehr Kurse pro Jahr. Bei Pi Radio gibt es keine Ein­stiegskurse, nur eine Kurze Ein­führung zur Studiotechnik.
Die Mehrheit der Kurse (8) dauert zwei bis drei Tage, 5 Kurse dauern drei bis vier Tage. Ins­ge­samt wer­den für die Kurse zwis­chen 5 und 24 Stun­den ver­wen­det — im Schnitt also ca. 15.

Die Kur­sein­heit­en dauern in der Regel zwis­chen 5 und 8 Stun­den. Radio op, Radio Uner­hört, Radio FREI und Near FM geben kürzere Ein­heit­en von 2 bis 4 Stun­den. Die einzel­nen Ses­sions find­en für gewöhn­lich im Wochen­rhyth­mus statt — bei Radio op liegt ein Monat dazwischen.

Auch nach den Kursen erhal­ten die Neulinge wenn nötig Unter­stützung von Seit­en der beim Sender Beschäftigten, so sie darum gebeten wer­den. Bei Radio B138 wer­den die Neulinge nach dem Ein­stiegskurs inten­siv­er begleit­et, da dieser nur 5 Stun­den dauert. Bei eini­gen Sendern geben Pro­gram­mver­ant­wortliche und Angestellte den Frei­willi­gen Feed­back zu ihren Sendun­gen und Beiträ­gen. In Öster­re­ich und der Schweiz aber auch bei Radio FREI in Erfurt gibt es zudem weit­er­führende Kurse zum Radio-Jour­nal­is­mus. Bei Radio Frei und dem FSK geben auch andere Frei­willige ihre Erfahrun­gen weit­er. Bei Near FM besuchen die neuen Frei­willi­gen während der Kurse ins­ge­samt vier Stun­den Live-Sendungen.

Die Kurse

Ziele
Die Grund- und Ein­stiegskurse dienen dazu, jour­nal­is­tis­che Ken­nt­nis und tech­nis­che Fähigkeit­en zu ver­mit­teln, um die Teil­nehmerIn­nen in die Lage zu ver­set­zen, selb­st­ständig eigene Sendun­gen und Beiträge zu produzieren.

Bei schweiz­er, öster­re­ichis­chen, deutschen und irischen Sendern wird beson­ders der Unter­schied in der jour­nal­is­tis­chen Arbeit bei Com­mu­ni­ty-Radios im Ver­gle­ich zu anders struk­turi­erten Radiosendern (pri­vat, öffentlich-rechtlich) betont.

Civ­il Radio in Ungarn betont beson­ders die Verbesserung der Kom­mu­nika­tions­fähigkeit im allgemeinen.

Radio Helsin­ki und FREIRAD erwäh­nen zudem Medi­en­recht und damit ver­bun­dene päd­a­gogis­che Fähigkeit als Kursziel.

Struk­tur

Der Kur­sauf­bau vari­iert entsprechend der Ressourcen (Zeit, Per­son­al, Geld), über die die einzel­nen Sender ver­fü­gen. Azußer­dem bes­tim­men Satzung und Ort der Sender und Vorken­nt­nisse der Teil­nehmerIn­nen den konkreten Ablauf. Unter “Zusam­men­fas­sung nach Land” find­en sie einzelne Beispiele.

The­men

Fast alle Grund- und Ein­stiegskurse greifen fol­gende The­men auf: Auf­nahme, Bear­beitung, Stu­dio- und Pro­duk­tion­stech­nik, Medi­en­recht Mod­er­a­tion, viele zudem Recherche und Interview.

Die Kurse in Öster­re­ich geben Ein­blick in die Geschichte der Com­mu­ni­ty-Radios Öster­re­ichs. In der Schweiz, in Deutsch­land und Irland wird auch auf die spez­i­fis­che Sit­u­a­tion der einzel­nen Sender eingegangen.

Über­all — in ver­schiede­nen For­men — gibt es einen “Les­son-Learned-Check”.

Die meis­ten Kurse enden mit der Pro­duk­tion ein­er Sendung. Bei B138 erstellen die Teil­nehmerIn­nen einen Überblick über das Gel­ernte mit­tels Flipchart. Vier von fünf Sendern aus Deutsch­land erwäh­nen, dass die ent­stande­nen Sendun­gen am Ende der Kurse gemein­sam ange­hört werden.

Die meis­ten Kurse bein­hal­ten ein mündlich­es Feed­back und eine Auswer­tungsrunde am Ende. — Die Radioschule klipp+klang und drei Sender (Radio ORANGE, Radio FRO, Radio FRO und Near FM) nutzen dazu Auswer­tungs­bö­gen. Sobald die neuen frei­willi­gen Sendungs­macherIn­nen etwas Erfahrung über den Kurs hin­aus gesam­melt haben, fragt Radio Orange nach, was an den Ein­stiegskursen zu verbessern wäre und passt den Ablauf der Kurse entsprechend diesen Anre­gun­gen an.

Grundkurse bei Community Radios in Europa — Zusammenfassung nach Land

Wir haben Rück­mel­dun­gen von 20 Radios/Institutionen erhalten:
8n in Öster­re­ich, 4 in der Schweiz, 2 in Ungarn, 1 in Irland, 5 in Deutschland.

Schweiz: Radio Schule klipp+klang, Radio Bern RaBe, Radio Kanal K und Radio X

1) Kon­text und for­male Aspek­te — Im Schnitt find­en pro Jahr und Radiosender vier Ein­stiegskurse statt, deren Ziel­gruppe haupt­säch­lich jun­gen Men­schen sind, die auf frei­williger Basis eine eigene Sendung gestal­ten wollen. Aber auch Auszu­bildende aus der Nachricht­en­abteilung nehmen an diesen Kursen teil. Ihr biographis­ch­er Hin­ter­grund spielt eine unter­ge­ord­nete Rolle; auch Men­schen ohne Ken­nt­nis der deutschen Sprache sind willkommen.
Die meis­ten der Kurse organ­isiert die Radio Schule klipp+klang. Jed­er Sender verteilt die Broschüren der Schule, ver­schickt E‑Mails an die neuen Teil­nehmerIn­nen und Newslet­ter an Inter­essierte. Außer­dem wer­den die Kurse auf den Web­seit­en der Sender und auf www.klippklang.ch angekündigt. Die Kurslei­t­erIn­nen informieren alle neuen Teil­nehmerIn­nen über die Kurse, die von den Sendern selb­st, der Regierung und in eini­gen Fällen anteilig von den Teil­nehmerIn­nen finanziert wer­den. Die Kurslei­t­erIn­nen wer­den von der Radio Schule aus­gewählt und für ihre Arbeit bezahlt. Die Lei­t­erIn­nen kom­men oft von anderen Com­mu­ni­ty-Radio, abge­se­hen von denen, die eine Ein­führung in die Radiotech­nik geben. Dies föreert den Aus­tausch zwis­chen den Com­mu­ni­ty-Radios und hat den Vorteil, dass die Aus­bilderIn­nen neu­tral, weil nicht an der Radio Schule angestellt, sind. Ein regelmäßiges “Train­ing für Train­er” find­et nicht statt, da diese qual­i­fizierte Jour­nal­istIn­nen sind und diesen Beruf seit Jahren ausüben. Diese Art Kurse wer­den allerd­ings dann ange­boten, wenn Bedarf besteht.
Bevor die Teil­nehmerIn­nen auf Sendung gehen, besuchen sie Kurse, die zwis­chen 2,5 und 4 Tagen dauern, nach deren Abschluss sie weit­eres Train­ing erfra­gen kön­nen. Die Kurslei­t­erIn­nen jedes Senders ogan­isieren gemein­sam mit klipp+klang Feed­back­run­den. bei “3‑Fach” gibt es indi­vidu­elle Zeit­en von ein­er Stunde alle sechs Monate für Feed­back. Die tägliche Unter­stützung für neue RadiomacherIn­nen funk­tion­iert in den einzel­nen Sendern unter­schiedlich: Bei manchen ist die Radio-Crew immer erre­ich­bar um Fra­gen zu beant­worten, andere kön­nen nur wenig Unter­stützung geben. Der zeitliche Gesam­taufwand für die Kurse beträgt zwis­chen 15 und 18 Stun­den, wobei die Kur­sein­heit­en zwis­chen 3 und 6,5 dauern und zwis­chen den Ein­heit­en 2 bis 7 Tagen liegen.

2) Ziele — Inter­esse am Com­mu­ni­ty-Radio und Radio im all­ge­meinen entwick­eln — Grund­la­gen des Radio-Jour­nal­is­mus erler­nen — die Sit­u­a­tion der Medi­en in der Schweiz ken­nen­ler­nen — Ein Konzept für eine Radiosendung entwick­eln und am Ende des Kurs­es umset­zen — Das Radio­pro­gramm mit Inhal­ten füllen — den jew­eili­gen Sender ken­nen­ler­nen — andere am Radiomachen Inter­essierte ken­nen­ler­nen — Ler­nen, wie man Feed­back erhält und anderen Teil­newh­merIn­nen gibt.

3) The­men der Kurse — Die Schweiz­er Medi­en­land­schaft inklu­sive der Com­mu­ni­ty-Radios — die Struk­turen der Sender — Mis­ch­pult und Stu­dio — Auße­nauf­nah­men — Audio-Bear­beitung — jour­nal­is­tis­che Hal­tung — Schreiben fürs Hören — Inter­view — Recherche — die Rolle des Moderators/der Mod­er­a­torin — Auf­nahme ein­er Übungssendung — Feedback

4) Struk­tur und Ablauf der Kurse — Die Kurslei­t­erIn­nen arbeit­en haupt­säch­lich mit dem offiziellen Hand­buch der Radioschule klipp+klang, Han­dre­ichun­gen und Flipcharts. Die Kurse sind in drei Teile gegliedert:
Erster Tag — Com­mu­ni­ty-Radio, Auf­nahme, Bear­beitung, Stu­diotech­nik und Feed­back, also haupt­säch­lich prak­tis­che Arbeit sind The­ma und wer­den nach der Meth­ode des prob­le­mori­en­tierten Ler­nens ange­gan­gen: zunächst pro­bieren die Teil­nehmerIn­nen selb­st alles aus, danach fol­gen nötige Erk­lärun­gen. Das funk­tion­iert vor allem im Stu­dio sehr gut. die Struk­tur der Kurse fol­gt in etwa diesen Schrit­ten: Ein­führung, the­o­retis­che Grund­la­gen zur Auf­nahme von Ton­ma­te­r­i­al, Auf­nahme im Stu­dio, Auße­nauf­nahme, Schnitt und Mon­tage, Anhören und Feed­back, Verbesserun­gen, Erstellen ein­er sende­fähi­gen Audio-Datei.
Zweit­er Tag: orgens wer­den Mod­er­a­tion und das Live-Sprechen geübt, wozu es im Anschluss jew­eils Feed­back gibt. Nach­mit­tags tre­f­fen sich die einzel­nen Grup­pen, um zu recher­chieren und zu entschei­den, welchen teil der Sendung am drit­ten Tag jede/jede übernehmen will.
Drit­ter Tag: Wenn nötig, wer­den bish­er nicht beachtete The­men entsprechend der Bedürfnisse der Teil­nehmerIn­nen — z.B. inter­view, Mod­er­a­tion — besprochen. Dann wird weit­er an den Sendun­gen gear­beit­et um let­ztlich die Sendung zu pro­duzieren, anzuhören und Feed­back — auch für den gesamten Kurs — zu geben.

5) Auswer­tung — Die Kur­sauswer­tung erfol­gt mit­tels eines “les­son-learned-checks” anhand der ent­stande­nen Sendun­gen, des mündlichen Feed­backs, ein­er abschließen­den Feed­back­runde und stan­dar­d­isiert­er Auswertungsbögen.

Öster­re­ich: Radio ORANGE 94.0, Radio FRO, Radio Helsin­ki, Freies Radio Inns­bruck (FREIRAD 105.9), Pro­ton — das freie Radio, Frfeies Radio Freis­tadt, Radio op, Freies Radio B138

1) Kon­text und for­male Aspek­te — 4 Sender ver­anstal­ten 5–8 Ein­stiegskurse pro Jahr, 3 geben mehr als 12 Kurse, andere geben zwis­chen 9 und 12 Ein­stiegskurse pro Jahr und wen­den sich damit an Men­schen, die Radio machen wollen. Vor allem Ange­hörige von kul­turellen und eth­nis­chen Min­der­heit­en, Men­schen mit wenig Zugang zu Massen­me­di­en aber auch:

- Schulk­lassen und Teams von NGOs, die auf Sendung gehen wollen
— StudentInnen
— Die queer-femistis­che Com­mu­ni­ty, ob auss­chließlich für Frauen oder Men­schen mit entsprechen­den beson­deren Bedürfnissen
— Umwelt- und Polit-AktivistInnen
Die Leute wer­den mit­tels Fly­ern, Wer­bung auf den Web­seit­en der Sender, Newslet­ter, Mail­inglis­ten, Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da, per­sön­liche Kon­tak­te, Anzeigen in der Lokalzeitung, Radiospots, face­book und andere soziale Net­zw­erke ein­ge­laden. Die Kurse wer­den in der Haupt­sache durch die Sender, öffentliche Gelder und die Teil­nehmerIn­nen selb­st finanziert. Die Kursleit­er wer­den bezahlt, geben aber auch manchen Kurs auf frei­williger Basis. COMMIT und der VFRÖ bieten zudem “Train-the-Trainer”-Kurse an. Oft wer­den die Kurslei­t­erIn­nen von den Geschäfts­führerIn­nen aus­gewählt, bei Radio Helsin­ki sind die Kurslei­t­erIn­nen frei­willig Teil des Aus­bil­dung­steams. Bevor die Teil­nehmerIn­nen auf Sendung gehen besuchen sie Ein­stiegskurse, die zwis­chen einem hal­ben und vier Tagen dauern. Radio ORANGE und das Freie Radio Freis­tadt betreuen die Teil­nehmerIn­nen nach den Kurse indi­vidu­ell. Radio FRO, Freies Radio Inns­bruck und Pro­ton bieten Unter­stützung bei Bedarf. Bei B138 wer­den die Sendungs­macherIn­nen bei ihrer ersten Sendung betreut, da der Ein­stiegskurs sehr kurz ist. Bei Radio op gibt es nach den Ein­stiegskursen regelmäßige Übun­gen. Der gesamte Zeitaufwand für die Kurse vari­iert zwis­chen 8 und 24 Stun­den, wobei die einzel­nen Kur­sein­heit­en zwis­chen 2 und 8 Stun­den lang sind und in einem Zeitraum von einem Tag bis zu einem Monat stattfinden.
2) Ziele — jour­nal­is­tis­che und tech­nis­che Fähigkeit­en zu lehren — Teil­nehmerIn­nen zu motivieren — das Ver­ste­hen des eige­nen Senders zu fes­ti­gen — Mediengesetzgebung

3) Inhalte — Geschichte des Freien Rund­funks in Öster­re­ich — Öster­re­ichs Medi­enge­setz — Ein­führung in Funk­tion und Hand­habe der Stu­dioausstat­tung (dig­i­tale Auf­nahme, Stu­diotech­nik) — Ein­führung in den Radio­jour­nal­is­mus (Sprechen, Recherche, Inter­view, Audiobear­beitung, Nachricht­en, Mod­er­a­tion) — Pla­nen ein­er Radiosendung — Cross-medi­ale Pro­duk­tion — Veröffentlichung

4) Struk­tur und Ablauf der Kurse

Radio FRO
Erster Tag, 8 Stun­den: Grund­sät­zliche Infor­ma­tio­nen zu Com­mu­ni­ty-Radios, Ein­führung zum Medi­enge­setz, Stu­diotech­nik und all­ge­meines Arbeit­en in einem Radiosender, Pro­duk­tion ein­er live-Sendung.
Zweit­er Tag, 4 Stun­den: Auf­bau ein­er Sendung und ver­schiedene Sende­for­mate, Interview.
Drit­ter Tag, 4 Stun­den: jour­nal­is­tis­che Arbeit (Recherche, Medi­en­recht), cross-medi­ale Beröffentlichung.

Viert­er Tag, 4 Stun­den: Vor­pro­duk­tion, Audiobear­beitung, Stu­diotech­nik, live on Air, Pla­nung und Pro­duk­tion ein­er Sendung.

Radio Helsin­ki
Erster Tag: Geschichte und Geset­zge­bung, the­o­retis­che Aspekte
Zweit­er Tag: Stu­dio, Auf­nah­megeräte, prak­tis­che Aspekte

Freies Radio Innsbruck
Erster Tag: Ein­führung in Com­mu­ni­ty-Radios in Öster­re­ich und die Radiotechnik
Zweit­er Tag: Infor­ma­tio­nen zu Freirad und live-Sendung

B138
Der 5‑S­tun­den-Kurs bein­hal­tet Com­mu­ni­ty-Radio, Medi­en­recht, Sendungs­for­mate, live-Sendung, Feedback

Radio Pro­ton
Erster Teil: his­torisch­er Überblick zu Com­mu­ni­ty-Radios, Medi­en­recht, Studiotechnik
Zweit­er Teil: Auf­nah­megeräte, Mikro­phone, Stu­diotech­nik revisited

Freies Radio Freistadt
Ein-Tages-Kurs: mor­gens gibt es eine Ein­führung und the­o­retis­che Grund­la­gen. Nach­mit­tags wer­den The­men gewählt, wird die Sendung geplant und vor­bere­it­et (Auf­nahme und Bear­beitung von Inter­views, Erstellen des Skriptes, Mod­er­a­tion), live-Sendung, Feedbackrunde

Radio op
Learn­ing-by-doing, Kon­troll­hören, Feed­back während des Anhörens

Radio ORANGE
Erster Tag: Prak­tis­che Einführung
Zweit­er Tag, Abend­ses­sion: Vorproduktion
Drit­ter Tag, Abend­ses­sion: Medi­en­recht und Medienethik
Viert­er Tag, Abend­ses­sion: live-Show. Auch wenn es einen grund­sät­zlichen Ablauf­plan gibt, kön­nen die kurslei­t­erIn­nen ihre Meth­o­d­en frei wählen. Alle ver­wen­den Hand­büch­er und Handreichungen.

5) Auswer­tung — es gibt sowohl mündlich­es als auch schriftlich­es Feed­back. Anhand der ent­stande­nen Sendun­gen sind die erwor­be­nen Ken­nt­nisse abhör­bar. Alle Kurslei­t­erIn­nen wer­den über die Ergeb­nisse informiert.
Ungarn: Civ­il Radio / Bund Freier Radios von Ungarn

1) Kon­text und for­male Aspek­te — Civ­il Radio organ­isiert 5 bis 8 Ein­stiegskurse pro Jahr. Die wichtig­sten Ziel­grup­pen sind ältere Bürg­er und Stu­dentIn­nen. Civ­il Radio ste­ht allen offen, “die der Welt gegenüber genau­so offen sind, etwas für ihre Nach­barschaft tun wollen und anderen etwas zu erzählen haben.” Civ­il Radio macht für die Kurse Wer­bung mit­tels pro­fes­sioneller Mail­inglis­ten der NGOs, der Lokalzeitun­gen und Radios, auf der Web­seite und auf kosten­losen sozialen Net­zw­erken wie Face­book. Die Kurse wer­den von Sender selb­st finanziert. Die Kurslei­t­erIn­nen wer­den für diese Arbeit nicht bezahlt. Es gibt keinen streng for­mal­isierten Kursablauf. Die Kurslei­t­erIn­nen ler­nen aus ihren Erfahrun­gen und von einan­der. Bevor sie auf Sendung gehen, soll­ten die Teil­nehmerIn­nen 1 bis 4 Tage lang die Kurse besuchen. Nach dem Grund­la­gen­train­ing ver­suchen die Kurslei­t­erIn­nen über sechs Wochen hin­weg sie neuen Sendungs­macherIn­nen zu begleit­en und ihnen Feed­back zu den Sendun­gen zu geben, außer­dem sind sie auch son­st immer da, um Hil­festel­lung zu geben. Der zeitliche Gesam­taufwand beträgt zwis­chen 24 und 30 Stun­den. Die Kur­sein­heit­en dauern von 1 bis zu 8 Stun­den, wobei diese sich auf bis zu 7 Tage verteilen.

2) Ziele — all­ge­meine Kom­mu­nika­tions­fähigkeit­en entwick­eln, neue Medi­en­tech­nolo­gien und — Werkzeuge erler­nen, Radio-jouranis­tis­che Fähigkeit­en entwick­eln (Fragetech­niken, Führen von Inter­views, Audio-Bear­beitung u.s.w.). Am Ende soll­ten die Neulinge in der Lage sein, eine eigene Sendung — live oder vor­pro­duziert — zu machen.

3) Inhalte — Recherche, schreiben, Inter­view, frei zugängliche Medi­en-Werkzeuge ( online-Tools, Blogs, Webra­dio, face­book u.ä.)

4) Kur­sauf­bau und Ablauf — All­ge­meine Kommunikationsfähigkeiten/ Medienrecht/Mediengeschichte, öffentlich-rechtliche Medi­en, pri­vat-kom­merzielle Medi­en, Com­mu­ni­ty Medi­en (Analyse von Medi­en-Inhal­ten), ein­führung in die Arbeit mit Medi­en­werkzeu­gen, prak­tis­che Arbeit (Wie man Nachricht­en über unsere Aktiv­itäten schreibt, Leute in die Sendung ein­lädt, Fra­gen stellt und die Aufmerk­samkeit der HörerInnen/LeserInnen erlangt. Meist wer­den Hand­outs verteilt.

5) Auswer­tung — Diese erfol­gt durch mündlich­es feed­back der Teil­nehmerIn­nen nach den Kursen. Gele­gen­heit zum “Les­son-learned-Check” bieten die pro­duzierten eige­nen Sendun­gen. Alle Kurslei­t­erIn­nen wer­den über die Ergeb­nisse der Kurse informiert.

Irland: near fm
1) Kon­text und for­male Aspek­te — near fm organ­isiert zwis­chen 9 und 12 Kurse pro Jahr. Die Ziel­grup­pen sind neue Frei­willige, Angestellte und Migran­tInnen. Near fm erhält oft Anfra­gen, wie man als Freiwillige/r mitar­beit­en kann. Manche wer­den auch durch das Arbeit­samt ver­mit­telt. Migran­tInnen sind ein­ge­laden, sich für die Kurse über eine Inter­essen­vertre­tung zu bewer­ben. die Kurse wer­den vom Sender, durch die Teil­nehmerIn­nen, das Amt für Erwach­se­nen­bil­dung, den Europäis­chen Inte­gra­tions­fond und die nationale Agen­tur Pobal finanziert. Einige Kurslei­t­erIn­nen wer­den bezahlt andere machen dies auf frei­williger Basis. Die Kurse wer­den von near fm selb­st organ­isiert. die Kurslei­t­erIn­nen wer­den durch externe Agen­turen aus­ge­bildet, die auf diese Art Aus­bil­dung spezial­isiert sind. Bevor die Teil­nehmerIn­nen auf Sendung gehen soll­ten sie für 3 bis 4 Tage an den Kursen teilgenom­men haben. Nach den Kursen gibt es indi­vidu­elles Train­ing in speziellen Auf­gaben­bere­ichen (dig­i­tale Bear­beitung, Klanggestal­tung u.s.w.) Neue Frei­willige soll­ten min­destens für vier Stun­den das Live-Pro­gramm begleit­en um diesen Prozess zu ver­ste­hen. min­destens eine Per­son betreut die Stu­dios von 9 Uhr mor­gens bis 7 Uhr abends; sollte darüber hin­aus Unter­stützung von Nöten sein, lässt sich das organ­isieren. Die Ein­stiegskurse auern ins­ge­samt 20 Stun­den, wobei eine Ein­heit zwis­chen 1 und 2 Stun­den dauert und diese sich über 2 bis sieben Tage verteilen.

2) Ziel — Den Ethos von Com­mu­ni­ty-Radios und near fm; die Art, wie wir Sendun­gen pro­duzieren, zu verstehen.

3) Ein­führung zu Community-Radios(Ethos), Kon­tak­tpflege, Inter­view und Recherche (Verbindun­gen zu Com­mu­ni­ty- und Frei­willi­gen-Organ­i­sa­tio­nen), Stu­dio-Pro­tokoll, mobile Auf­nah­me­tech­nik, Klanggestal­tung, Pro­duk­tion­swerte, Bewer­ben der eige­nen Sendung

4) Auf­bau, Ablauf und Mod­ule der Ein­stiegskurse — Ein­führung zum Com­mu­ni­ty-Radio — Was ist Medi­enkom­pe­tenz? — Geset­zge­bung und Medi­en — Wie ver­wen­det man die Stu­diotech­nik und die mobilen Auf­nah­megeräte? — Wie funk­tion­ieren Recherche und Inter­view? Wie stellt man eine Sendung zusam­men? — Zusatz­work­shop im Stu­dio zu “Tu es” und “Lass es” bei der Inter­viewführung — Inter­views in Zweier­grup­pen — Nach­hören und Feed­back — kopieren der Inter­views. Zur Ver­mit­tlung all dessen dienen Hand­büch­er und Handreichungen.

5) Aufw­er­tung — find­et in Form von Auswer­tungs­bö­gen in der Mitte der Kurse und am Ende statt.

Deutsch­land: Radio Corax, Pi Radio Berlin, FSK Ham­burg, Radio Uner­hört Mar­burg, Radio Frei Erfurt

1) Die deutschen Sender organ­isieren zwis­chen 1 und 8 Ein­stiegskursen pro Jahr. Pi Radio gibt keine Ein­stiegskurse, bietet aber einen Ein­führung zur Stu­dioausstat­tung. Die Ziel­grup­pen sind Radio-Neulinge, Frei­willige, dieeine eigene Sendung machen wollen und — bei Radio Corax — Prak­tikan­tInnen. Die Kurse wer­den auf den Web­seit­en, auf Sendung, in Pro­grammheften und Fly­ern bewor­ben. Nur ein Sender nutzt dazu ein internes Net­zw­erk. FSK Ham­burg erhält für die Kurse Mit­tel von der Medi­en­anstalt, Radio Corax vom Jugendw­erk der AWO, die anderen finanzieren die Kurse selb­st und mit Hil­fe der Teil­nehmerIn­nen. Nur bei einem Sender wer­den die Kurslei­t­erIn­nen bezahlt. Einige Lei­t­erIn­nen wer­den bezahlt, die meis­ten geben die Kurse auf frei­williger Basis, aber alle wer­den von den Sendern selb­st auf Grund ihrer Erfahrung aus­gewählt. Es gibz nur sehr wenige “Train-the-Trainer”-Workshops die Trainer­In­nen ler­nen von den anderen Trainer­In­nen. Bevor sie auf Sendung gehen, soll­ten die Teil­nehmerIn­nen einen hal­ben bis drei Tage lang de Ein­stiegskurse besuchen. Bei den meis­ten Sendern ist auch nach dem Kursen Unter­stützung von erfahre­nen Mitar­beit­ern erhältlich. Beim FSK Ham­burg wer­den die Neulinge in die beste­hende Redak­tion inte­gri­ert. Nur Radio Frei erwäh­nt weit­er­führende Train­ing­sein­heit­en. Ein Ein­stiegskurs dauert 5 Stun­den, die anderen zwis­chen 15 und 20 Stun­den wobei eine Ein­heit zwis­chen 2 und 8 Stun­den lang ist. Die Kurse find­en fre­itags und sonnabends oder sonnabends und son­ntags statt.

2) Ziele — Erfahren, wie Radio-Jour­nal­is­mus im Com­mu­ni­ty-Radio funk­tion­iert — den Frei­willi­gen die Fähigkeit über­mit­teln eine eigene Sendung zu machen

3) Inhalte — The­men­find­ung, Recherche, Auf­nahme, Inter­view, Sendungs­pla­nung, Sprechen, durch die Sendung führen, Philoso­phie der Com­mu­ni­ty-Radios, Medi­en­land­schaft, interne Richtlin­ien und Struk­turen, Medierecht, Radio-Übertragung

4) Ablauf und Auf­bau der Kurse

Radio Corax
Erster Tag: Der fängt damit an, dass die Teil­nehmerIn­nen sich The­men über­legen, an denen sie arbeit­en wollen, um ihnen anschließend die Philoso­phie der Com­mu­ni­ty-Radio und die Medi­en­land­schaft näher zu bringen.
Zweit­er Tag: Suche nach Inter­view­part­nern und Führen der Interviews
Drit­ter Tag: Bear­beitung der Auf­nah­men, Ein­sprech­texte ver­fassen, diese in die Reportage ein­bauen und alles zur fer­ti­gen Sendung zusam­men­bauen. Während der gesamten Pro­duk­tion gibt es immer wieder the­o­retis­chen Input, dem die — geleit­ete — direk­te prak­tis­che Umset­zung folgt.

FSK Ham­burg
Erster Tag: Zwei Per­so­n­en hal­ten Vorträge zu den Einzelthe­men, die Schritt für Schritt einem Stich­wortkat­a­log folgen.

Radio Uner­hört
Die 2 bis 2,5 Tage lan­gen Kurse sind in 5 Ein­heit­en — von Anhören zum sel­ber senden — geteilt, wobei die Teil­nehmerIn­nen am Ende eine eigene Sendung erstellen.

Radio Frei Erfurt
Nach den Meth­o­d­en the­o­retis­ch­er Input, Schritt für Schritt, learn­ing-by-doing in simulierten Sit­u­a­tio­nen (Stu­dio, Inter­view). die meis­ten Radios nutzen Hand­büch­er und Han­dre­ichun­gen, Radio Frei zudem sein internes Wiki

5) Auswer­tung — Der “Les­son-Leaned-Check” find­et statt, wenn die Teil­nehmerIn­nen das erste mal auf Sendung gehen. Bei Radio Corax ste­ht am Ende des Kurs­es zumeist eine fer­tige Sendung. Außer­dem gibt es am Ende der Kurse Feedbackrunde.